King of the Beach

Erstellt am 22. Juli 2010 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

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ZONA No-Gi Cup 2010 in Amsterdam

Erstellt am 13. Juni 2010 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

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Voller Vorfreude hatte ich mich angemeldet. Besonders auf die Franzosen, die letztes Jahr alles abgeräumt hatten. Umso größer war meine Enttäuschung, als ich die Pools im Internet gesehen habe. Ganze 5 Kämpfer in meiner Klasse. Super. Da hatte ich schon gar kein Bock mehr, den ganzen Weg nach Amsterdam zu fahren.
Ich finde es persönlich sehr schade, dass ein Turnier von diesem Format so unter dem Radar bleibt. Auch die usual-suspects aus Ede glänzten durch Abwesenheit. Eine super Halle, sehr professionelle Referees, eine schlanke, zügige Organisation, was will man mehr. Die Mehrheit der Grappler, gerade der deutschen, bevorzugt wohl alte, stinkende 60er Jahre Turnhallen oder Hinterhof-Kaschemmen mit wenn überhaupt mäßigen Kämpfern, unendlich langer Wartezeit und dummen Schiedsrichtern.

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Aber Scheiß der Hund drauf, dafür war die Waage erst um 14.30 Uhr. Also ausgeschlafen ab nach Amsterdam; Armin, Nick, Chris und ich. Und weil ich so zwischen 80 und 81kg herumschipper, konnte ich bis dahin auch nichts trinken.

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Schlussendlich hab ich gerade so die 79kg gemacht und konnte dann erst einmal einen halben Liter Wasser sturztrinken. Dazu ein Snickers für den Blutzuckerspiegel. Das Snickers ist aber eher suboptimal dafür geeignet, weil die kleinen Erdnussstückchen gerne zwischen den Zähnen und dem Zahnschutz kleben bleiben, äußerst angenehm.

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Kurze Rede ohne Sinn: meine Gegner waren mir heute nicht gewachsen, obwohl ich alles andere als motiviert war. Physisch hatte die Jungs mir gar nichts entgegen zu setzten; technisch auch nur marginal, da hatte ich auch keine große Lust mich anzustrengen. Zweimal mit Punkten und das Finale mit Triangle gewonnen.

So, her mit der Medaille und dem T-Shirt, kurz für die Kamera lächeln, Handshake, schnell unter die Dusche und ab nach Hause.

pelicanino

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Hier gibt es die vollständigen Ergebnisse.

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FILA Grappling World Championships 2010 in Krakau

Erstellt am von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

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Eines Tages erhielt ich einen ominösen Anruf mit einer mir unbekannten Nummer. Normalerweise ignoriere ich so etwas einfach, wie viele andere Vorkommnisse und Begegnungen in meinen Leben ebenfalls, mit Recht wie ich finde. Aber dieses besagte Mal ging ich mal dran und siehe da: Frank Stäblein war am anderen Ende. Ein guter Mann und immer mit einem politisch unkorrekten Spruch am Start; ehrlich, direkt, witzig, genau meine Kragenweite. Also, Frank war gerade damit beschäftigt, eine Nationalmannschaft für die kommende Grappling Weltmeisterschaft in Polen aufzustellen und wollte mich für die 75kg Klasse haben. Ja Jungs, da braucht man mich wirklich nicht lange bitten, selbstredend bin ich dabei. Deutschland repräsentieren, immer und überall.
Im Laufe der Monate hatte ich mich jedoch auf für mich satte 80kg hoch trainiert und wollte/konnte nicht mehr auf 75kg runter gehen. Aber dazu später mehr. Kurzer Emailverkehr mit Frank und war für 80kg dabei.
Und wie soll es auch anders sein, erst kurz vor knapp stand dann auch die Finanzierung der ganzen Tour, so dass die Kämpfer nur die Ausgaben vor Ort zu tragen hatten. Einen dicken Dank an die Sponsoren und einen dicken Dank an Ortega für die Mühe.

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So sind wir also einen Tag vor der Waage nach Krakau geflogen. Wir, das sind Stefan Hoss, Frank Stäblein, Daniel Ackermann, Marc Becker, ich, Nico Penzer, der von den Bahamas eingeflogene Sascha Ernst und unser Finanzminister Gero Mayer. Allesamt gute Charaktere, wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und eine super Zeit gehabt. Friede, Freude, Eierkuchen, ist das nicht ekelhaft schön. Und das aus meiner Feder. Unglaublich. Na ja, was wahr ist ist halt wahr.

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Exkurs: wenn jemand an dieser Aufstellung irgendetwas zu meckern hat, nur zu, keine falsche Bescheidenheit. Falls irgendjemand meint, er sei bei der Kaderaufstellung vorsätzlich übergangen worden oder es herrsche Vetternwirtschaft nach Balkan-Art, einfach mal „Hier“ rufen; und zwar öffentlich und nicht im KKB mit Zweitnick oder per Fake-email. Ansonsten einfach die Schnauze halten. Und ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber an mir kommt unter 80kg niemand vorbei. Noch einmal zum mitschreiben: NIEMAND. Sollte da einer anderer Meinung sein, ich bin montags und freitags in Frechen, mittwochs in Düsseldorf, darüber hinaus auch jederzeit gerne nach Absprache bereit, meinen großen Worten Taten folgen zu lassen. Ansonsten bin ich hin und wieder auch auf einem Turnier anzutreffen. Also, schön die Eier rasieren und geschwind zu mir tragen, ich zeige euch wie man daraus Cojones macht. Exkurs Ende.

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Auf dem Krakauer Flughafen, was nach deutschem Maßstab wohl eher einem Provinz-Flugplatz mit Würstchenbude entspricht, angekommen, ging es sofort ins Hotel. Auf dem Weg dorthin, musste ich doch glatt mein durchaus fundiertes prä-Kalter-Krieg-Wissen über unseren slawischen Nachbarn revidieren. Da ging ich doch zu meiner eigenen Überraschung noch davon aus, dass die Polen immer noch mit Pferd und Kutsche durch die Gegen gurken. Dementsprechend perplex war ich als ich Autos der Marken BMW und Mercedes auf den Strassen sah. Aber selbstverständlich hatte ich sofort die Lösung parat. Was meint ihr wo die ganzen gestohlenen, deutschen Autos fahren? Richtig. Und somit habe ich ganz nebenbei ein weiteres Mysterium des 21. Jahrhunderts gelöst. Gern geschehen. Dankesbriefe unerwünscht.

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Das Hotel war solide und sauber, den Ansprüchen voll und ganz genügend. Nach dem Einchecken sind wir dann erst einmal auf die Suche nach etwas Nahrhaftem gegangen. Während man im Mutterland Deutschland auf die Schnelle fast nur noch Pommes, Döner und Co bekommt, gibt es in Polen noch richtig deftige Imbissstuben mit Kartoffelpüree, Pirogge und Frikadellen. Einfach Fantastisch. Ich kann diesen ganzen Fast-Food-Scheiss ehrlich gesagt auch nicht mehr sehen. Und ich wette, Döner-Alibaba isst sein gepressten Phosphat-Drehshit nicht einmal selber.

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Für Freitag Nachmittag war die Akkreditierung und das Wiegen angesetzt. Dabei ging einfach alles drunter und drüber. Das Organisationskomitee war vollkommen überfordert, der Zeitplan wurde abzählbar unendliche Male geändert. Das hieß: warten und warten und warten. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen und überaus positiv für meinen ausgeglichenen Gemütszustand. Aber für die Jungs, die Gewicht machen mussten, einfach eine unnötige, zusätzliche Belastung. Und das ganze nur, weil eine Gruppe vorderasiatische Öldiebe meinte, einfach mal drei Stunden später zur Akkreditierung kommen zu können; und das wurde zu allem Überfluss auch noch stillschweigen von offizieller Seite her akzeptiert. Einfach unglaublich. Da soll sich noch einer ernsthaft wundern, dass es bei den Hirtenclans jenseits des Aralsees elektrischen Strom nur jeden zweiten Mittwoch im Monat gibt.

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Und als ich dann zum Wiegen an der Reihe war, dämmerte es mir schon langsam. Ich war im falschen Film, oder genauer gesagt in der falschen Gewichtsklasse. Da bin doch wirklich in dem Glauben nach Polen geflogen, ich könne mit meinen für mich zarten 79kg bei den großen Jungs mitspielen. Das nennt man schlichtweg enorme Arroganz gepaart mit böser Unwissenheit und jugendlicher Träumerei. Was in Deutschland noch ohne Probleme funktioniert, geht international einfach nicht. Abkochen ist eine Pflichtübung, wenn man international kämpfen will. Ich wollte es aber einfach nicht wahrhaben. Die Quittung bekam ich dafür frei Haus, direkt in das Ego, direkt in das Herz. Was dann schließlich am Samstag folgte, war „a tough pill to swallow!“. Dass die folgende Nacht nicht von wunderschönen Träumen mit bildhübschen Mädels gespickt war, kann sich wohl jeder ausrechnen.

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to be continued…

pelicanino

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Grappling Comeptition Ede #2 in Ede 2010

Erstellt am 10. Juni 2010 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

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Ede #2 stand auf dem Plan. Aber irgendwie fiel genau dieses Wochenende wohl in ein kosmisches Sommerloch oder aber alle lagen mal wieder mit ihrer Wochenend-Shemale am See und haben sich liebevoll ein Nogger-Chock geteilt; die Teilnehmerzahl lag doch weit unter dem Gewohnten. Oder aber: der Grappling-Boom ist auch schon wieder so schnell vorbei wie er entstanden ist, würde mich nicht im Geringsten wundern. Diese ganzen blinden Breitensport-Bewegungslegastheniker haben anscheinend gemerkt, dass man mit der wir-haben-uns-alle-lieb-und-blasen-uns-Zucker-in-den-Arsch-Trainingseinstellung keinen Blumentopf gewinnen kann. Auch dann nicht, wenn man schon in ganz andere Sphären abgedriftet zu sein scheint und statt Grappling jetzt nur noch auf Flow macht. LOL, du Voll-Schmock.

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Wie gewohnt ging es auch wieder ratz-fatz los, gerade noch auf der Waage, nun schon auf der Matte.
Selbstverständlich haben die Spasemacken von der Organisation Oren und mich mal wieder in dem gleichen Pool starten lassen. Auf die durchaus freundlich gestellte Frage, ob man das nicht flugs ändern könnte, kam die gewohnte Antwort, schnurstracks wie aus dem Scheiß-Deutsche–Dufte-Holländer-Wörterbuch abgelesen: “Selber schuld, wenn ihr mit mehreren Kämpfern in der gleichen Gewichtsklasse startet!“ Wie behindert ist diese Antwort denn bitte? Guck mal, Pannekeuken-Kopjes: nur weil unseren bösen Urgroßväter euer Land wie einen Trupp lahmender Zinnsoldaten überrollt haben, braucht ihr nicht ganze 70 Jahre später immer noch die beleidigte Leberwurst spielen. Wir haben uns doch schließlich entschuldigt. Also in Zukunft mal ein bisschen mehr Sportsmann sein und weniger der verbitterte Hobby-Historiker.
Obwohl, ich muss wohl oder übel und gänzlich widerstrebend einen gewaltiger Rückzieher machen. Es gab wohl nur einen einzigen Pool für die 83kg-Klasse, ups. Aber es geht ja auch nicht um die Aktion als solche, sondern nur um das Prozedere.

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Wie gesagt, Oren und ich sind in der 83kg-Advanced Klasser gestartet, die leider sehr schwach besetzt war, personell und auch leistungsmäßig. Viele bekannte Gesichter haben gefehlt. So haben Oren und ich da mal schnell kurzen Prozess gemacht. Platz 1 und Platz 2. Bedankt.

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Irgendwann zwischen durch hörte man plötzlich ein lautes, peingetränktes Schreien. Egal, weitermachen. Aber dann meldete einer unserer Späher, dass sich Ghassan verletzt hat. Verdammt. Er hatte sich beim Takedown die Schulter ausgekugelt. Miese Sache. Den einzigen vollständigen Satz, den er noch aus seinem schmerzverzerrtem Mund pressen konnte war: „Armin, ich hab ihn gehabt! Ich schwöre!“ Die Angst vor dem langen Arm des Generalfeldmarschalls ist größer als der Schmerz. Hahahahaha, richtig so!

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Jonas hat in der 83kg-Beginner Division wieder einmal sehr gute Kämpfe geliefert. Jetzt nur ein bisschen weniger Hektik und an den Submission feilen. 6 Kämpfe: Verdienter 3. Platz.

Nick hat seine Klasser mal wieder dominiert. Trotz einiger Schwachstellen im Game wird es wohl Zeit, ins tiefe Wasser zu gehen.

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David und Onur sind in der 65kg-Beginner-Klasse gestartet. Onur wird merklich besser, von Turnier zu Turnier, es fehlt aber dennoch an Technik, Kraft, Ausdauer und Köpfchen. Aber das kommt mit der Zeit, definitiv.

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Marius kämpfte unter 76kg bei den Beginnern.

Hier gibt es die vollständigen Ergebnisse.

To be continued…

pelicanino

post scriptum: Falls sich jemand durch die fehlenden politischen Korrektheit meiner niedergeschrieben Gedanken wiedererwartend angegriffen fühlt, so kann dieser durchaus getrost meine Scheiße fressen. Good night, good luck.

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Grappling Competition #3 in Ede 2009

Erstellt am 10. November 2009 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

Und wieder auf der Piste. Trotz des unaufhaltsam näher rückenden Abgabetermins für meine Hausarbeit, der mir sprichwörtlich im Nacken sitzt. Egal. Man muss eben bereit sein, Opfer zu bringen. Auch wenn das Opfer “ich-bringe-mein-Studium-mit-vernünftigen-Noten-in-absehbarer-Zeit-zum-Ende” heißt. Obwohl ich mich ja schon um sagenhafte 1500% gebessert habe und dem Studium mittlerweile oberste “DefCon 2″-Priorität eingeräumt habe. Jedoch nicht am Wochenende. HA! Mein feines, kleines rhetorisches Hintertürchen, um mich selbst zu auszutricksen. Da sag noch einer, Schizophrenie wäre etwas gänzlich Schlimmes.

Eigentlich wollte ich ja auf der Fahrt gemütlich schlummern, aber mein Unterbewusstsein gab schnell Alarm. Wir waren irgendwie zu langsam unterwegs. Ein Blick auf den Tacho und mein preußisch-gutbürgerliches Temperament kam in Gang. 110km/h? Auf der Rechten Spur? Junge, wir müssen bis 10.15 auf der Waage stehen. Ich kam mir vor wie auf einer Kaffeefahrt samt Hinterseer-Gedudel durch die Sächsische Schweiz. Fehlte nur noch, dass wir einen Boxen-Stopp gemacht hätten, um das Vanilla-Duftbäumchen auszutauschen. Nachher meinte Nick, unserer Kolonnenführer, noch ganz vorlaut: “Kolonne fährt man doch immer mit 120km/h, sonst fahr ich natürlich 200km/h!” Nee, ist klar. Sonntagsfahrer.

Wie immer in Ede ist die gesamte Truppe über alle Mattenflächen hinweg verstreut. Manche Kämpfe sieht man nur aus der Ferne, was einen aber nicht unbedingt vom Coachen im Schrei-Format abhält. Davids Kämpfe habe ich überhaupt nicht gesehen. Aber ein dritter Platz ist doch einmal eine Aussage. Super gemacht. Jonas hat sich auch erfolgreich durch die ersten Reihen gerungen. Am Ende verfehlte Jonas aber eine Platzierung. Aber nichtsdestotrotz sehr stark gekämpft.
Die Ergebnisse von Marius muss ich schätzen. Es waren zwei oder drei Niederlagen und ein Sieg, soweit mein Gedächtnis nicht mehr als sonst getrübt ist. Aber der Ehrgeiz zur Verbesserung ist da. Gute Voraussetzungen also.

Oren war nicht in Form. Kopfmäßig, behaupte ich jetzt einfach mal. Gegen einen seiner Gegner hat Oren mittlerweile wohl schon das vierte Mal gekämpft, aber nie hat er sich so schwer getan wie an diesem Samstag. Auch die Takedowns kamen nicht so gut und konsequent wie gewohnt. Es fehlte einfach an Leichtigkeit und Aggressivität gleichermaßen. Nein, kein Oxymoron. Im Halbfinale gegen Willem Peters kam dann noch eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung hinzu. Nach Ablauf der regulären und der Zusatz-Kampfzeit wurde der Sieg Peters zugesprochen, aufgrund überlegener Technik. Seit wann ist denn Bitte schön dieses in-die-Guard-gehopse eine überlegende Technik? Es gibt nur einen Weg: Finishen. Zum Überfluss wurde der dritte Platz nicht ausgekämpft, ungewöhnlich und frustrierend. Wir sind schließlich zum Kämpfen gekommen. Trotzdem Gratulation.

Bei mir lief eigentlich alles gut, bis auf das Halbfinale. Aber von vorne. Der typische erste Kampf. Einfach Katastrophe. Den brauch ich immer, um warm zu werden. Submission. Im Zweiten ging es gegen einen Jungen mit Gummi-Gelenken. Der Kimura war eigentlich schon zweimal bis zum Anschlag durch, weit und breit kein Tap zu sehen. Na ja, dann eben Mata-Leon. Der dritte Kampf war gegen den Erstplazierten von Ede #2. Takedown. Danach wollte ich einfach nichts mehr riskieren und stattdessen Energie sparen. Punktsieg. Der vierte Kampf ging gegen den schlussendlichen Gewinner. Nach einem Takedown über zwei Mattenfelder lag ich mit Punkten zurück. Kurzes Intermezzo auf dem Boden und wieder hoch. Setup, Shoot, Backmount, Mata-Leon. Im Halbfinale stand mir wieder Wim Deputter gegenüber. Zum dritten Mal. Um es vorweg zu nehmen. Wim gewann mit Takedown. Aufgrund der kurzen Kampfzeit und des eigenwilligen Punkte-Regelments wollte ich einfach kein Half-Guard-Game spielen. Jeder Punkterückstand ist bringt zusätzlichen, unnötigen Druck. Währenddessen habe ich keine Punkte für einen Takedown angerechnet bekommen. Über die Backmount kann man streiten. Die Punkte hätte ich mir wahrscheinlich auch nicht gegeben. 2-1 für Wim. So langsam ist der Spaß vorbei.

Hier gibt es die vollständigen Ergebnisse.

Hier gibt es die ersten Videos.

Nach der Dusche, in der es irgendwie immer nach Gras riecht, machten wir uns wieder auf den Weg in das kleine, beschauliche Innenstädtchen von Ede. Auf der Suche nach einer nahrhaften, frisch kredenzten Slow-Food-Mahlzeit fanden wir uns dann schließlich doch wieder bei McDonalds ein. Unglaublich. Ich wittere eine Verschwörung globalen Ausmaßes. Diese verdammte Hochfinanz und ihre neoliberalen Schergen. Aber Armin war wieder voll in seinem Element: “I become a milkshake vanilla and…!” Abo musste derbe schmunzeln, ich habe es genau gesehen. Dieses Verhalten darf, kann und will ich übrigens überhaupt nicht gutheißen kann und empfehle, eine abschreckende Disziplinarmaßnahme einzuleiten. Vielleicht Water-Boarding im Gi? Die TLL-Sercuritate wird sich diese Sache annehmen.
Aber das Kuriose ist ja nun wahrlich, dass die Burger, Fries & Co bei McDonalds tatsächlich immer verführerisch gut aussehen, ähnlich dem teuflischen Apfel im Paradies, der eigentlich gar kein Apfel war. Auch bei McDonalds gleicht der erste Bissen einer aphrodisierenden Reise durch das Himmelreich der Sinne. Aber dann kommt der Absturz wie nach einer Nacht mit Genosse Absolut, überaus hart und nachhaltig unangenehm. Sobald jedoch der zweite Happen heruntergewürgt und mit dem weltberühmten Zuckersirup-Wasser nachgespült wurde, macht sich auch schon der Mac-Mundstuhl breit. Fies und hartnäckig, wie eine mittelalterliche Seuche überfällt er den gesamten Rachen und vergiftet den Atem. Ganz zu schweigen von dieser Schmier-Fett-Schicht, die sich hartnäckig auf den Fingern hält. Da hilft nur eine Intensivkur mit Chlor, Colgate-Total und Meridol.

Es war wieder ein schöner Tag. Mit viel Gelächter. Hervorragend.

pelicanino

Grappling Competition Ede

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Hennef 2009 – ein Kessel Buntes. Nachtrag.

Erstellt am 3. November 2009 von pelicanino.
Kategorien: Allgemein.

Auf Anordnung der herrschenden Obrigkeit hier schon einmal ein paar Fotos.

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IDM 2009

Erstellt am von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

Warum? Warum um 5 Uhr morgens aufstehen und knapp 400 Kilometer in den Süden der Republik düsen? Geld? Wohl kaum, mehr ein monetäres Minusgeschäft. Ruhm und Ehre? Eher nicht. Was ist es dann? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Aber Training ohne Wettkampf macht für mich einfach keinen Sinn.

Nun gut, 4 schlaflose Stunden und zwei Thrombosen in den Beinen später kamen Armin, Maki, Nenad und ich endlich in Ichenheim an. Ichenheim, am Arsch der Republik. Nenad meinte auf der Fahrt noch ganz ungläubig: “Ich hab das mal bei Google-Maps eingegeben. Das sind nur ein paar Häuser mit Wald drumherum! Wald, nur Wald!” Tstssstsss, immer diese Stadtkinder. Zuerst dachten wir aber auch, wir wären gänzlich falsch gefahren. Da war nur eine alte Schule, umgeben von Lehmhütten mit neugierig dreinblickenden Senioren. Verdammt. Alles umsonst. Aber dann, oh gesegneter Jahwe, hinter dem Parkplatz, da eröffnete sich uns die Langenrot-Halle wie dem Yoga-Guru Swami Vishnudevananda das schneeweiße Taj Mahal in der indischen Morgenröte. Endlich angekommen, die erste Hürde war somit genommen. Nun die zweite: die Toiletten finden. Ganz weltlich.

Was soll ich sagen? Organisatorisch ein Albtraum. Als wenn der gute alte Charles Manson höchstpersönlich die Feder führen würde. Niemand wusste, wer wann wo kämpfen sollte. Die Pool-Listen waren nur ansatzweise lesbar und nach zwei Minuten auch schon wieder obsolet, weil sich wieder etwas geändert hatte.
Obwohl wir noch Glück hatten. Nenad und ich kämpften immer auf der gleichen Matte. Mal wurde die eine oder andere Gewichtsklasse dazwischen geschoben, aber wir kamen in all dem Wirrwarr noch einmal glimpflich davon. Zwar wurden die Kämpfe löblicherweise mittels Mikrophon angesagt, allerdings könnte einer der Sprecher mit seiner monotonen Stimme sogar einer Überdosis Propofol ernsthafte Konkurrenz machen. So würde ich einfach immer müder. Und Armin und Maki, direkt von der Tür ins Auto gestiegen, schliefen sogar fast beim Reden ein. Ein toller Tag.

Die Location war schon in Ordnung. Saubere Toiletten, eine helle, Licht geflutete Halle, Zuschauerbegrenzungen um die Mattenfläche und ein angebotsreicher Catering-Bereich. Auch wenn die Pommes-Dampfschwaden bisweilen meine Geruchsnerven erheblich beansprucht haben. Dafür war der Käsekuchen einfach weltklasse. Wahrscheinlich der beste, den ich jemals gegessen habe.

Ich war mir auch nicht wirklich sicher. Ist er das? Eigentlich war es mir auch scheißegal. Solange er nicht Michael Jackson heißt, liegt mein Interesse so ungefähr bei marginal unter Null. Und der ist ja bekanntlich tot. Leider.
Aber er war es. Krankfurts own Azad. “Wat macht der denn hier? Gibt der nen Konzert, oder wat?” Lirum larum, Respekt muss ich Azad ja dennoch zollen, auch wenn ich absolut kein Fan seiner Musik oder seiner was auch immer bin. Sich auf die Matte zu stellen; mit einem Weißgurt um die Lenden geschwungen und das Risiko in Kauf zu nehmen, zu verlieren. Fröbels a la Sido, Bushido und co würde ich es definitiv nicht zutrauen. Keep on training, yeah.

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Nenads erster Kampf in der -85kg-Klasse war leider auch zugleich sein letzter. Sein Gegner war technisch einfach besser und konnte den Kampf mit Kata-Gatame für sich entscheiden. Egal. Mehr und besser und intelligenter trainieren und nächstes Mal besser machen.

So gegen halb drei war ich an der Reihe. Nach 10 Sekunden im Kampf wurde mir klar: “Hier stimmt etwas nicht. Das wird heute ein ganz, ganz schwerer Kraftakt!” Ich hatte einfach null Power und meine Arme waren sofort zu. Der Grund: ich hatte nur fünf Stunden schlafen können und nicht gefrühstückt. Keine Milch mehr im Kühlschrank für meine Haferflocken. Das einzige was in meinem Magen war hieß Balisto und reichte grade einmal dazu, meine Körpertemperatur auf knappe 37 Grad zu halten.
Also machte ich Fehler. Fehler aus mangelnder Konzentration. Dabei geht es im Turnier gerade um die Fehler-Minimierung. So wenige Fehler wie möglich machen, weil jeder Fehler bedeutet Punkte für den Gegner. Und auf einmal hat man drei Widersacher: die Uhr und die Punkte und den Gegner.

Meinen ersten Kampf habe ich noch mit Mata Leon beenden können, aber es fiel mir ziemlich schwer. Positionen, Bewegungen, Set-ups, einfach alles war eine einzige Qual. Meine gewohnte Aggressivität war nicht da. Tunnelblick.
Beim zweiten Gegner hat es da nur noch zum Punktsieg gereicht. Zwar fühlte ich mich in keiner Situation bedroht, aber mit meiner Zuversicht ging es rapide bergab. Nach dem Kampf ging ich auf wackeligen Beinen erst einmal an die frische Luft. Meine Unterarme waren hart wie Krupp-Stahl.
Da kam auch schon die frohe Botschaft. Mein Halb-Final Gegner: Faixa Preta von der Carlson Gracie Akademie aus Brasilien. Es machte sich Unbehagen in mir breit. Diese Wortkombination, “Faixa Preta” und “Brasilien”, war Gift für meine Psyche. Im meinem Kopf nahm ein Gedanke alles für sich ein, ersticke jeden Keim, jedes Fünkchen Optimismus: “Wie willst du gewinnen? Du bist zu kaputt! Du kannst nicht gewinnen!”. Go fuck yourself. So habe ich mir 20 Minuten lang meine Strategie in den Kopf gehämmert: “Rechne mit dem Schlimmsten! Nicht grapplen, sondern ringen! Sein Game erst zerstören! Mein Game aufzwängen! Turbo auspacken!”
Mit der vertrauten Stimme aus der Ecke im Ohr auf die Matte. Gedanke ordnen, kanalisieren, Fokus! “Jetzt zeig mal was du kannst, Junge!” Durch die Nase ein, durch den Mund ausatmen. Shake hands, go. Irgendwann hörte ich Armin sagen: “Lass dir das nicht mehr nehmen, du führst nach Punkten!” Da kam die bitter nötige Aggressivität zurück und der Turbo-Booster startete. Kurz vor Ende des Matches machte die Body-Triangle “klick” um seinen Bauch und der Referee bewahrte ihn vor dem Mata Leon. Obrigado.
Im Finale ging es dann gegen eine Franzosen. Takedown, Guard, Pass, Sidemount, Mount, Sidemount, Reverse Guillotine. Mission accomplished.

Ab unter die Dusche, rein ins Auto, zurück in die Heimat. Immer dem Kölner Dom entgegen.

pelicanino

Brazilian Jiu-Jitsu Bund Deutschland e.V.

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EssenTial 2

Erstellt am 18. Oktober 2009 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

oesfightclub

Nicht viel passiert die letzten Monate. Nun gut, zumindest abgesehen von den üblichen, weltbewegenden Nachrichten wie dem Twitter-Twist zwischen Drag-Queen Perez Hilton und Milf-Lover Ashton Kutscher. Welthunger und die sterbenden Regenwälder schaffen es sowieso nur noch auf Seite 25, gleich nach den Gesundheits-Tipps.
Zwar gab es da schon einige Ding, über die ich hätte schreiben wollen, können und müssen, allerdings überwog permanent meine äußerst ausgeprägte Faulheit. Aber ein Turnier ist eigentlich immer ein guter Anlass, den ich nur ungern verstreichen lasse.

EssenTial 2 stand auf dem Kalender. Einfach wunderbar, dass sich neben dem Submissao, Tap-or-Snap, IDM und weiteren nun auch das EssenTial alljährlich zu etablieren scheint, noch dazu in unserer unmittelbaren Nähe. Also ab nach Essen. Im Gepäck die üblichen Verdächtigen und natürlich zu viel Gewicht und zu wenig Schlaf. Manche Dinge ändern sich nie, aus gutem Grunde.

Ich nehme meine Turnier-Kritik heute mal vorweg. Das 20 Minuten Zeit-Limit ist für alle Beteiligten einfach eine Qual, sowohl für die Kämpfer als auch die Zuschauer. Es macht die Kämpfer weder spannender, noch wird weniger oder mehr gestallt. Ein Zeit-Limit von 10 Minuten reicht völlig aus und als Bonus ist man früher zuhause bei Familie oder Affäre, je nach Gutdünken. Win-Win.
Die “Golden-Point”-Regelung ist ein bißchen unglücklich ausgelegt; warum sollte der über die reguläre Kampfzeit nach Punkten Zurückliegende eine zweite Chance bekommen? Ist mir nicht einfach ersichtlich.
Und zumindest für die Advanced-Brackets wäre ein ausdifferenzierteres Punktesystem angebracht. Sweeps, Knee-on-Stomach und Sidemount müssen honoriert werden, das gehört einfach dazu. Die Catch-Regel hingegen ist eine sehr gelungene “Erfindung”; eine weitere Möglichkeit Dominanz und Aktivität zu belohnen und setzt zudem Anreize, offensiv zu kämpfen.
Und liebe Leute: es ist Grappling, nix anfassen Kleidung!

Leider habe ich die nicht mehr alle Kämpfe unserer Jungs so auf dem Schirm, zum einen weil ich mir wirklich nicht alles merken kann, und auch weil ich nicht jeden einzelnen mitbekommen habe. Aber ganz besonders ist mir Makis zweiter Kampf in Erinnerung geblieben, als der wohl griechisch-stämmige Vater seines Gegner, noch bevor der Kampf offiziell beendet wurde, meinte, mit lautem Grunzen und wirbelnden Armen einen Sirtaki auf der Matte veranstalten zu müssen. Zu allem Überfluss flammte noch eine hitzige Diskussion über die Punktevergabe auf. “Mmmhhm”, dachte ich mir, “da knallt es wohl jetzt, da geh ich doch mal lieber hin” Na ja, außer Spesen nichts gewesen.

Suat sollte in der Advanced 83kg-Klasse starten, tauchte dann aber nicht in den Listen auf. Panik. Es wurde geredet, geforscht, genörgelt; nur um dann festzustellen, dass ein ominöser Emir Daglu aufgestellt war. Geschockt wollte ich zuerst Terror-Alarm auslösen, ein Schläfer ist unter uns! Holt die Kartoffelsäcke, ASPs und Kabelbinder! Aber hä? Suat Emirdagli und Emir Daglu, mmhmhmh, muahahaha…Rätsel gelöst und es so konnte losgehen.

Suat hat wirklich super Kämpfe geliefert. Auch wenn mancher Gegner technisch durchaus besser war, so konnte Suat dieses Defizit mit einem riesigen Kämpferherz und guter Kondition ausgleichen. Für irgendetwas muss die ganze Quälerei im Training ja schließlich gut sein, oder? Wer ringen will, muss sich quälen wollen. Und das mit einem Lächeln im Gesicht. Ansonsten: “Da ist die Tür!” Im Halbfinale hat sich Suat sehr gut gegen den Mainzer (Name hier einfügen) geschlagen. Aber irgendwie haben Armin und ich sowohl die Punkte als auch das Zeitlimit vergessen. Und so verlor Suat mit einem Takedown nach Punkten. Hätte, hätte, Fahrradkette. Im kleinen Finale standen sich Suat und Nenad gegenüber. Nach kurzem hin und her haben die beiden sich dann doch entschlossen zu kämpfen, quasi als “Trainingskampf”. Aber nach ein paar Minuten hat es Nenad wohl wissen wollen, und so ging es dann doch rund. Suat dritter, Nenda zweiter dritter.

Chris hat sich ebenfalls durch die 83kg-Brackets gerungen und stand dann gegen den Mainzer (Name hier einfügen) im Finale. Nach einem guten Takedown hat es sich Chris aber sehr schwer mit dem Guard-Pass getan. Was schließlich als Flipover-Pass gedacht war, endete mit dem Mainzer in der Mount. Verdammt. Kurz nachdem der Time-Keeper “Zeit” rief, setzte der Mainzer ohne Namen zum Armhebel an. Das dann folgende Geschrei war groß. Aber nix da. Golden-Point-Runde. Nach kurzem Abtasten setzte Chris zum Shoot an. Nach kurzem Sprawl…

TO BE CONTINUED…

Wir jedes Mal nach einem Turnier, habe ich mich auch diesmal gefragt: “Waren die deutschen Grappling-Experten nun anwesend oder nicht? Wenn ja, wo? Wenn nein, warum nicht?” Da liest man Tag ein Tag aus die dollsten Meinungen und Erfahrungen, Tipps, Tricks und Kniffe, gute Ratschläge und besser gemeinte Dummheiten und fragt sich erschrocken: “Mein Gott, wie viele Blackbelts gibt es eigentlich hier in Deutschland, 100?, 200?” und dann….nada. So, keep up the good work fellows and entertain me.

Danke an Les & co für das Turnier. Wir kommen gerne wieder.

Ach ja, Frank! Wirklich ??…FDP ??… Guido und du..??…wie meist du das..?? Ich denke ein Manifest deiner Beweggründe ist mehr als angebracht. Montag will ich es in meinen Händen halten.

pelicanino

EssenTial 2

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Pre & Post-UFC-Party

Erstellt am 6. Juli 2009 von pelicanino.
Kategorien: Allgemein.

Bin zu faul zum Schreiben.

pelicanino

Grappling Competition #2 in Ede 2009

Erstellt am 8. Juni 2009 von pelicanino.
Kategorien: Turnier.

All das Training, all der Schweiß, all die Schmerzen, all die Entbehrung. Ohne Wettkampf macht das alles nur sehr wenig Sinn, zumindest für mich. Auch wenn ich dieses Mal nur zum Coachen und zur allgemeinen Belustigung dabei war.

Und endlich mal wieder unterwegs mit Armin, Chris, Maki, Harun, Suat, Nenad, Oren und dem Jungen, der sich die Sporen erst noch verdienen muss.
Deshalb ging es am vergangenen Samstag wieder früher Richtung Ede los als mir insgeheim lieb war; noch bevor der Muezzin singend und jauchzend die Jungfrauen im Paradies anschmachten konnte. Sind eigentlich junge Frauen, jungfräuliche Frauen oder Jungen & Frauen gemeint? Tja, man weiß es nicht mehr so genau. Stille Post lässt grüßen. Alles kann, nichts muss.
Ich weiß, ich weiß, ruhig Blut, aber der Zug ist bereits vor 28 Jahren abgefahren. Ich kann das Tor zu Hölle bereits förmlich riechen.

Was mir an Ede wirklich gut gefällt, ist die Organisation. Ohne lange Wartezeiten vorher oder zwischendurch wird auf 6 Matten pausenlos gekämpft. Nur kurze Unterbrechungen für die Siegerehrungen der ausgerungen Klassen. Die Referees machen auch einen sehr guten Job; na ja, bis auf der Nazi-Schiedsrichter, der wohl glücklicherweise in Den-Haag vor der Richterin stand und deshalb nicht zugegen war.

Harun musste im ersten Kampf der 76kg-Kategorie sofort gegen Wim de Putter ran. Game-plan: aggressiv, viel Druck und Takedown. Wim kam Harun jedoch zuvor und hat wie immer sehr tief geshooted. Harun konnte sprawlen und ging sofort auf Guillotine, sehr tief und sehr eng, konnte ihn aber nicht tappen. Der Junge atmet wahrscheinlich durch eine Frikandel. Unglaublich. Danach waren die Arme voll und Harun musste sich mit Mata Leon geschlagen geben.

Die nächsten drei Gegner hat Harun dann einfach weggefegt.
Im letzten Match stand Harun einem Ringer gegenüber; im Grappling eher unerfahren aber im Stand routiniert. Anstatt den Jungen dort zu besiegen, wo er sich nicht zuhause fühlt, wollte sich Harun mit ihm unbedingt im Stand messen. Während der regulären Kampfzeit hat Harun auch dominiert, aber den Ringer alles andere als ernst genommen. Ein Fehler der sich in der Overtime rächen sollte. Verloren durch Takedown. Unnötig, aber nun gut. Die mittleren drei Kämpfe waren sehr gut.

Oren, Suat und Nenad kämpften gleichzeitig auf benachbarten Matten. Das Rumgerenne war schlimmer als „Reise-nach-Jerusalem“ damals im Kindergarten. Und coachen ist um einiges schlimmer als selbst auf der Matte zu stehen. Als Kämpfer hat man zumindest das Gefühl, alles in der Hand zu haben. In der Ecke kann man nur zugucken, schreien und mitfiebern. Plus schwitziger Hände, Kopfschmerzen und einer heiseren Stimmer. Trotzdem würde ich eine stickige Halle jederzeit gespreizten Frauenbeinen vorziehen. True story.

Nenad und Suat sind beide in der 83kg-Anfänger-Klasse gestartet. Natürlich wollten unsere holländischen Freunde beide Jungs im gleichen Pool starten lassen. Na na na, kurze Intervention und alles wurde zu unserer Zufriedenheit geändert.

Suat hat die ersten drei Kämpfe sehr souverän und technisch hervorragend für sich entscheiden können. Im vierten Kampf hat sich Suat nach einem gegnerischen, lehrbuch-mäßigen Harai-Goshi mit anschließendem Kesa-Katame wieder zurück ins Spiel gebracht und zeitweilig das Blatt wenden können. Letztendlich musste sich Suat aber einem Leglock geschlagen geben. Das 5. Match hat Suat dann ebenfalls verloren, hier aber mehr aus Unachtsamkeit. Trotzdem sehr gute Leistung. Noch viel Spaß im Urlaub.

Nenad hat seine ersten 5 Kämpfe ebenfalls sehr dominant, 4mal mit Submission und einmal nach Punkten, gewonnen. Das Halbfinale verlor Nenad dann mit Armhebel, teils aus Anfänger-typischen Unachtsamkeit und teils, weil sein Gegner einfach alles richtig gemacht hat. „Das war sehr eng!“, ach ne, nicht alle Anfänger sind Bewegungs-Legastheniker. Verdienter dritter Platz. Sehr schön.

Oren war, wie gesagt, gleichzeitig in der 83-advanced-Division am Start. 6 Kämpfe, 5 Siege, 4 durch Punkte, einmal Submission, dritter Platz. Zu dieser Kausalkette komme ich später noch zurück.
Oren hat sehr überlegt gekämpft und seinen Gegner wenig Platz zum agieren gelassen. Seinen Gegner sein eigenes Spiel sehr erfolgreich aufgezwängt. Mental stark. Trotzdem gibt es einige Dinge an denen wir unbedingt arbeiten müssen, um die Lücken im Game zu schließen.

Während Harun, Nenad und Suat in den gewohnten Pools an den Start gingen und sich in den Pools nach dem jeder-gegen-jeden-System bis in die Finals hoch kämpfen konnten, hatten sich die Organisatoren für Orens Division eine andere Lösung überlegt. Keine Ahnung warum. Muss man wohl nicht verstehen.
Statt alle Kämpfer in zwei Pools kämpfen zu lassen, gab es nur ein Bracket mit dem jeder-gegen-jeden-Prinzip. Nur wurden die ersten drei Plätze dann nicht ausgerungen, sondern durch Punkte-Vergabe bestimmt.
Für einen Sieg mit Submission gab es 2 Punkte, nach Punkten 1 Punkt und für eine Niederlage sinngemäß keine Punkte. Schließlich wurden am Ende alle Punkte zusammen gezählt und der Sieger deklariert.
Es macht durchaus schon Sinn, einen Sieg durch Submission höher zu bewerten als ein Punktsieg, aber als Resultat dieser Regelung hat Oren den z.B. Erstplazierten zuvor im Pool besiegt. Bei herkömmlicher Vorgehensweise wären sich die beiden zumindest im Halbfinale noch einmal begegnet. Meiner Meinung nach eine zumindest unglückliche Regelung. Orens Enttäuschung teile ich 100%. Sehr starke Vorstellung nichtsdestotrotz.

Wieder ein guter Tag. Nur ärgere ich mich im Nachhinein immer, dass wir bei McDonalds waren, obwohl ich mich vorher wirklich darauf freue. Paradox oder siegt in diesem Fall einfach das US-amerikanische Suggestions-Marketing?
Vielleicht sollten wir die jahrelange Tradition einfach brechen und ab sofort eine halbwegs gesunde Nahrungsquelle aufsuchen. Ich werde diesen Vorschlag dem Hohen Rat darlegen, auf dass dieser eine weise Entscheidung fällen möge.

Und: ich hätte dem Pausen-Clown auf dem Parkplatz doch die Banane vor die Füße werfen sollen. Die besten Ideen kommen mir immer erst hinterher. Verdammt.

Hier gibt es die vollständigen Ergebnisse.

pelicanino

Grappling Competition Ede