
Nicht viel passiert die letzten Monate. Nun gut, zumindest abgesehen von den üblichen, weltbewegenden Nachrichten wie dem Twitter-Twist zwischen Drag-Queen Perez Hilton und Milf-Lover Ashton Kutscher. Welthunger und die sterbenden Regenwälder schaffen es sowieso nur noch auf Seite 25, gleich nach den Gesundheits-Tipps.
Zwar gab es da schon einige Ding, über die ich hätte schreiben wollen, können und müssen, allerdings überwog permanent meine äußerst ausgeprägte Faulheit. Aber ein Turnier ist eigentlich immer ein guter Anlass, den ich nur ungern verstreichen lasse.

EssenTial 2 stand auf dem Kalender. Einfach wunderbar, dass sich neben dem Submissao, Tap-or-Snap, IDM und weiteren nun auch das EssenTial alljährlich zu etablieren scheint, noch dazu in unserer unmittelbaren Nähe. Also ab nach Essen. Im Gepäck die üblichen Verdächtigen und natürlich zu viel Gewicht und zu wenig Schlaf. Manche Dinge ändern sich nie, aus gutem Grunde.

Ich nehme meine Turnier-Kritik heute mal vorweg. Das 20 Minuten Zeit-Limit ist für alle Beteiligten einfach eine Qual, sowohl für die Kämpfer als auch die Zuschauer. Es macht die Kämpfer weder spannender, noch wird weniger oder mehr gestallt. Ein Zeit-Limit von 10 Minuten reicht völlig aus und als Bonus ist man früher zuhause bei Familie oder Affäre, je nach Gutdünken. Win-Win.
Die “Golden-Point”-Regelung ist ein bißchen unglücklich ausgelegt; warum sollte der über die reguläre Kampfzeit nach Punkten Zurückliegende eine zweite Chance bekommen? Ist mir nicht einfach ersichtlich.
Und zumindest für die Advanced-Brackets wäre ein ausdifferenzierteres Punktesystem angebracht. Sweeps, Knee-on-Stomach und Sidemount müssen honoriert werden, das gehört einfach dazu. Die Catch-Regel hingegen ist eine sehr gelungene “Erfindung”; eine weitere Möglichkeit Dominanz und Aktivität zu belohnen und setzt zudem Anreize, offensiv zu kämpfen.
Und liebe Leute: es ist Grappling, nix anfassen Kleidung!

Leider habe ich die nicht mehr alle Kämpfe unserer Jungs so auf dem Schirm, zum einen weil ich mir wirklich nicht alles merken kann, und auch weil ich nicht jeden einzelnen mitbekommen habe. Aber ganz besonders ist mir Makis zweiter Kampf in Erinnerung geblieben, als der wohl griechisch-stämmige Vater seines Gegner, noch bevor der Kampf offiziell beendet wurde, meinte, mit lautem Grunzen und wirbelnden Armen einen Sirtaki auf der Matte veranstalten zu müssen. Zu allem Überfluss flammte noch eine hitzige Diskussion über die Punktevergabe auf. “Mmmhhm”, dachte ich mir, “da knallt es wohl jetzt, da geh ich doch mal lieber hin” Na ja, außer Spesen nichts gewesen.

Suat sollte in der Advanced 83kg-Klasse starten, tauchte dann aber nicht in den Listen auf. Panik. Es wurde geredet, geforscht, genörgelt; nur um dann festzustellen, dass ein ominöser Emir Daglu aufgestellt war. Geschockt wollte ich zuerst Terror-Alarm auslösen, ein Schläfer ist unter uns! Holt die Kartoffelsäcke, ASPs und Kabelbinder! Aber hä? Suat Emirdagli und Emir Daglu, mmhmhmh, muahahaha…Rätsel gelöst und es so konnte losgehen.

Suat hat wirklich super Kämpfe geliefert. Auch wenn mancher Gegner technisch durchaus besser war, so konnte Suat dieses Defizit mit einem riesigen Kämpferherz und guter Kondition ausgleichen. Für irgendetwas muss die ganze Quälerei im Training ja schließlich gut sein, oder? Wer ringen will, muss sich quälen wollen. Und das mit einem Lächeln im Gesicht. Ansonsten: “Da ist die Tür!” Im Halbfinale hat sich Suat sehr gut gegen den Mainzer (Name hier einfügen) geschlagen. Aber irgendwie haben Armin und ich sowohl die Punkte als auch das Zeitlimit vergessen. Und so verlor Suat mit einem Takedown nach Punkten. Hätte, hätte, Fahrradkette. Im kleinen Finale standen sich Suat und Nenad gegenüber. Nach kurzem hin und her haben die beiden sich dann doch entschlossen zu kämpfen, quasi als “Trainingskampf”. Aber nach ein paar Minuten hat es Nenad wohl wissen wollen, und so ging es dann doch rund. Suat dritter, Nenda zweiter dritter.
Chris hat sich ebenfalls durch die 83kg-Brackets gerungen und stand dann gegen den Mainzer (Name hier einfügen) im Finale. Nach einem guten Takedown hat es sich Chris aber sehr schwer mit dem Guard-Pass getan. Was schließlich als Flipover-Pass gedacht war, endete mit dem Mainzer in der Mount. Verdammt. Kurz nachdem der Time-Keeper “Zeit” rief, setzte der Mainzer ohne Namen zum Armhebel an. Das dann folgende Geschrei war groß. Aber nix da. Golden-Point-Runde. Nach kurzem Abtasten setzte Chris zum Shoot an. Nach kurzem Sprawl…
TO BE CONTINUED…
Wir jedes Mal nach einem Turnier, habe ich mich auch diesmal gefragt: “Waren die deutschen Grappling-Experten nun anwesend oder nicht? Wenn ja, wo? Wenn nein, warum nicht?” Da liest man Tag ein Tag aus die dollsten Meinungen und Erfahrungen, Tipps, Tricks und Kniffe, gute Ratschläge und besser gemeinte Dummheiten und fragt sich erschrocken: “Mein Gott, wie viele Blackbelts gibt es eigentlich hier in Deutschland, 100?, 200?” und dann….nada. So, keep up the good work fellows and entertain me.
Danke an Les & co für das Turnier. Wir kommen gerne wieder.
Ach ja, Frank! Wirklich ??…FDP ??… Guido und du..??…wie meist du das..?? Ich denke ein Manifest deiner Beweggründe ist mehr als angebracht. Montag will ich es in meinen Händen halten.
pelicanino
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Grapple Kinx