
Team Taifun Luta Livre ging am 20. April auf Reisen und trat zum ersten ZONA No Gi Cup 2008 in Amsterdam an. Armin, Chris, Oren, Abo, Chris und ich sind, wie schon oft zuvor, morgens in aller unwirklichen Herrgottsfrühe ins Auto gestiegen und haben uns auf den Weg ins benachbarte Holland gemacht. Dank Navi haben wir die Location auch sofort gefunden, das war auch schon mal anders. Den lästigen Routenausdruck, den ich sowieso nicht benutzen kann, konnte ich mir somit sparen.

Die Sporthalle war schon mal eine Ansage. Nicht so eine dieser berüchtigten 70er Jahre Turnhallen mit stinkenden Toiletten und Mief-Muff-Geruch, sondern hypermodern, hell und sauber. Sport, so scheint es, genießt bei unseren Käselieferanten wohl einen anderen Stellenwert als bei uns in der Heimat. Wie gesagt, der erste Eindruck war schon einmal positiv. Guter Start.

Um es vorweg zu nehmen: die Organisation des Events war doch recht ungewöhnlich, um nicht zu sagen scheisse. Damit meine ich nicht den Ablauf, der war einwandfrei, zeitnah und reibungslos. Top Leistung. Ungewöhnlich (scheisse) war, dass es kein Rules-Meeting gab, keine Pool-Listen aushingen und Coaching verboten war.
Die Rules waren ausschließlich im Vorfeld im Internet einzusehen, was ich natürlich nicht gemacht habe. Fragen?, Pech gehabt, im Zweifelsfall wurde man disqualifiziert. Deswegen war die Order für uns: kein Slammen, kein Stalling, keine gefährlichen Neckcranks und nicht auf Punkte.
Anstatt Pool-Listen auszulegen, wurden die Divisions per Mikrophon ausgerufen und dann die einzelnen Kämpfer von der 2×2 Meter (kein Witz) Warm-up-Area abgeholt. Akustisch war das eher nicht zu so einfach zu verfolgen, so dass wir jeder Zeit in Alarmbereitschaft waren. Trotzdem wurde das Turnier sehr zügig und ohne nennenswerte Verzögerungen durchgezogen. Das war schon eine gute Leistung.
Da die gesamte Mattenfläche großräumig von Absperrzäunen umgeben war und die Coaches nicht an die Tatame zugelassen wurden, wirke das Turnier etwas steril. Jedoch hat es sich trotz Verbot keiner nehmen lassen, aus 15 Meter Entfernung Anweisungen und Kommandos zu brüllen. Armin war wieder voll in seinem Element. Man wird es auf den Video-Aufzeichnungen unverwechselbar zu hören bekommen.

Zu den Kämpfen:
Chris machte den ersten Kampf und konnte seinen Gegner schnell mit seiner Spezialtechnik Heelhook finishen. Im Finale musste sich Chris dann leider mit einem Triangle geschlagen geben, sehr unnötig.

Abo wurde in seinem Match sofort nach Beginn mit einem Takedown überrascht, konnte den Punkterückstand aber wieder wett machen und hat den Kampf sogar phasenweise dominiert. Schlussendlich hat Abo aber nach Punkten verloren, unnötig die Zweite.

Oren hat seinen ersten Kampf souverän nach Punkten gewonnen, mit schönen Takedowns und einem engen Topgame die Points geholt. Gegen den späteren Finalisten musste Oren im zweiten Kampf mit Armbar tappen. Im Kampf um Platz 3 hatte Oren das Nachsehen, er unterlag trotz guter und energischer Aktionen nach Punkten.

Ich habe meine vier Kämpfe gewonnen, drei mit Submission (Triangle, up-side-down-Armbar, Body-Triangle) und das Finale nach Punkten.
Nach der Siegerehrung ging es sofort in die Duschen und dann ab auf den Nachhauseweg, natürlich mit dem obligatorischen Zwischenstopp bei McDonald`s. Tradition ist Tradition bleibt Tradition.

Das Turnier war vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem hat es sich vollends gelohnt, den Weg anzutreten. Erfahrung bekommt man nicht durch nachdenken oder im Board posten, sondern nur durch kämpfen. Bonus: man bekam wieder einmal schmerzlich seine Schwachstellen gezeigt; wir wissen nun aber, woran wir intensiv arbeiten müssen.
Es war wieder einmal ein Hammer-Tag…und noch ein Danke an Chris für die Unterstützung und das Filmen.
pelicanino
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