“Conditioning is my best submission-hold.” Frank Schamrock, lange vor dem derzeitig weltweiten MMA-Boom.

Kondition (im Sinne von „Luft“ und Muskelausdauer) ist eine extrem wichtige physische Voraussetzung, ohne die man weder im harten Sparring noch im Wettkampf wirklich dauerhaft bestehen kann. Macht der Körper nicht mehr mit, verlässt einen schnell die Konzentration und man macht unnötige, folgenreiche Fehler. Auch fehlt schließlich die Power, um sich gegen Submissions-Ansätze statisch zu wehren.
Gerade im Wettkampf verstärkt sich die Bedeutung von Kondition noch durch die langen Wartezeiten, die schlechte Luft, die Nervosität, dem erhöhten Adrenalin-Spiegel, Vorbelastung wegen “Gewicht-machen” und anderen Faktoren. All diese Einflüsse nagen nicht nur am Gemüt, sondern eben auch und besonders an der Physis. Wettkampf ist eben Wettkampf, und nicht Training, sonst wäre es ja Training.
Deswegen ist ein intensives “Grappling-spezifisches“ Konditionstraining von immenser Bedeutung. Mag sein, dass man mit Joggen, Fahrrad fahren und Schwimmen Grundlagen-Ausdauer trainieren kann, aber ersetzten können sie das spezifische Conditioning nicht, allenfalls ergänzen. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an das Herz-Kreislaufsystem, die Muskeln und den gesamten Bewegungsapparat, als dass man auf das Conditioning verzichten könnte und sollte.
Intensität sollte hierbei immer vor Quantität stehen. Es soll Menschen geben, die 8 Tage die Woche viermal am Tag 5 Stunden trainieren können. Ich gehöre leider nicht zu diesen Wundern der Natur.

Kurze, intensive Übungen mit einer hohen Belastung für die Muskeln und das Herz-Kreislaufsystem sollten hier im Vordergrund stehen. Das individuelle Programm kann man sich relativ leicht mittels youtube & co bei den Top-Teams der MMA- und Grappling-Szene zusammensuchen und gegebenenfalls auf die Gruppe und das Trainingsziel abstimmen. Oder man macht sich, so inspiriert, selber Gedanken. Soll ja manchmal auch ganz gut sein, das mit dem Denken. Vieles was anstrengend ist, kann sinnvoll sein.
Hilfsmittel wie Weichbodenmatte, Ringerpuppe, Medizinbälle, Hantelscheiben, Gymnastikbälle usw. kann man zum Leidwesen der Teamkollegen mit großem Erfolg einsetzen. Und mit ein bisschen Phantasie sind Abwechslung in den Übungen und ein Erfolg versprechendes Konditionstraining kein Widerspruch, im Gegenteil.
Manch einer mag zu Recht einwenden, dass Technik, Intuition, Schnelligkeit und Improvisation ebenfalls wichtige Faktoren. Es geht aber auch nicht um ein „statt“-Prinzip, sondern um ein “auch“-Ansatz. Den individuellen Schwerpunkt muss jeder für sich selbst festlegen. Jeder Grappler hat andere Bedürfnisse und Voraussetzungen.

Strebt man allerdings nach sportlichen Wettkampferfolg, kommt man mittelfristig nicht ohne ein gutes, fundiertes und facettenreiches Konditions-Programm aus.
Nicht vergessen: Grappling ist ein competition-driven Sport.
pelicanino
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