
Es scheint ein geradezu empirisches Phänomen zu sein, dass manche Grappler, die auch gerne schon ein bißchen länger dabei sind, sehr passiv, defensiv und statisch kämpfen, getreu dem Motto: “Du kriegst mich sowieso nicht!”
Vor allem gegen die alten Hasen wird hartnäckig an dieser Strategie festgehalten und man freut sich am Ende des Trainings, nicht getappt zu haben.
Trainingsziel: nicht tappen? Siehe Titel!
Erst wenn man ganz bewusst beginnt, offensiv, aktiv und aggressiv zu kämpfen, begreift man worum es beim Grappling geht.
Es fängt an “click” zu machen.
Moves und Submissions, die vorher nahezu unmöglich waren, macht man auf einmal in Schlaf. Bestimmte Escapes und Sweeps gehören plötzlich zum Standardrepertoire. Vieles geschieht einfach unbewusst, durch Intuition.
Eben diese “clicks” sind sehr wichtige Meilensteine in der Entwicklung und charakterisieren unterschiedliche Trainingsstufen.

Will man sein Game kontinuierlich verbessern, muss man Risiken eingehen.
Auch wenn man zum 10. Mal eine gute Position verliert, weil man eine bestimmte Submission anbringen will, beim 11. Mal klappt es vielleicht und man bekommt langsam ein Gefühl für das Setup und den Finish.
Übrigens: niemand tappt gerne.
Dabei ist der Tap wohl weitaus wichtiger als man glauben möchte; denn nur bei einer offensiven und aktiven Kampfweise bekommt man unmittelbar die Schwachstellen und Lücken, an denen es hapert, gezeigt und ist in der Lage, gezielt daran zu arbeiten.
Die Defense trainiert sich so automatisch ein Stück weit mit, ganz wie von Geisterhand; wobei der Umkehrschluss leider nicht gilt.
Sich selber zu fragen, warum dies und jenes nicht geklappt hat oder weswegen man immer wieder und wieder die gleichen Fehler macht, ist die Aufgabe oder besser gesagt die Pflicht eines jeden selbst.
Und nicht die des Trainers, der gibt nur die Antwort.
Darüber hinaus liegt es in der Eigenverantwortlichkeit, was und wie viel man aus dem Training mitnimmt.
Last but not least: manche Dinge sind nur schwer oder auch gar nicht vermittelbar; um diese Dinge zu begreifen ist Eigeninitiative und Erfahrung erforderlich. Letzteres kommt mit der Zeit, Initiative ist indes eine Bringschuld.
pelicanino
Noch keine Kommentare.
Die Angabe von Name und Email (wird nicht veröffentlicht) ist erforderlich!
Kommentare dürfen die fogenden XHTML Tags enthalten:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>