
Wie soll es auch anders sein mit Armin, Oren, David und mir.
Vorsorglich wollte ich heute morgen um 6 Uhr in der Frühe noch schnell eine Routenbeschreibung ausdrucken, damit wir sicher und pünktlich in Ede ankommen. Da mein Drucker aber nur ein weißes Papier ausspuckte und ich mir im Zeitalter der Navigationsgeräte sowieso immer ein bißchen dämlich vorkomme, wenn ich mit einen Blatt Papier ins Auto steige, habe ich die ganze Idee mal schnell wieder verworfen.
Also scheiß drauf und ab in die Bahn nach Düsseldorf. Natürlich hatten wir dann weder ein Navi noch die Adresse. Und ebenfalls natürlich geht auch keiner Samstag früh morgens ans Telefon. Bla-blup. Also improvisieren: eine neue Kollegin von der Arbeit dazu verdonnern, uns eine Wegbeschreibung nach Ede telefonisch durchzugeben. Das war doch schon mal ein Anfang. Letztendlich haben wir die Adresse auch noch per SMS bekommen und haben es pünktlich zur Waage geschafft. Auf der Suche nach einem Parkplatz hat Armin dann noch unverkennbar scharmant und eloquent ein paar Passanten auf Englisch gefragt, wie lange der Einkaufcenter-Parklatz geöffnet sei: “How long open?”
Taifun on the road. Simply legendary.

David als Erster auf die Waage. Bums, passt. Ich hatte ja eigentlich immer so zwischen 78kg und 80kg drauf, aber irgendwie sind mir 4 oder 5 Kilo auf dem Weg vom anderen Ende der Welt zurück nach Köln abhanden gekommen und so bin ich in der 76kg Klasse gestartet. Et kütt wie et kütt.

Für David und mich ging es dann auch schon sofort los. Das war definitiv Neuland für mich. Kein Warten? Wo gibt es denn bitte schön so etwas?

David ging in der 65kg Anfänger-Klasse an den Start und hat sehr gut gekämpft. Unglücklicherweise war der Referee in Davids Kämpfen vom Schlag Holländischer Bauern-Nazi mit Strickjacke, Cordhose und Hände in de Täsch. Für David gab es trotz Proteste keine Punkte für Backmount und nach Kampfunterbrechung ging es in den wirrsten Positionen weiter.
Dazu noch der O-Ton des Faschisten-Regelhüters: “It doesn`t matter. We would never win here!” Jeder der schon einmal in Holland gekämpft hat, weiß wovon ich rede. Wäre das Turnier in Deutschland gewesen, wäre da mal eben kurz der gesamte Taifun drübergerutscht, aber im Feindesland spielt man eher ein bißchen Piano. Vergessen werden wir das aber weiß Gott nicht, keine Angst.


Gleichzeitig war ich an der Reihe. In 10 Minuten bin ich durch meine ersten drei Gegner marschiert. Erster hat einen Mata Leon bekommen, der zweite einen Armhebel und einer der Goffart-Brüder einen Brabo, Darce oder die Björntechnik. Sucht euch was aus. Im Halbfinale ging es gegen Aram Clements, wie im Finale von ZONA letztes Jahr. Guter Mann. Punkte waren aber mir.
Im Finale stand mir dann Wim de Putter gegenüber. Auch nicht neu für mich. So war das schon 2006 beim Tap-or-Snap 1. Um es kurz zu machen, Wim hat einen Punkt für eine Half-Guard bekommen (oder Half-Mount wie die es dort nennen) und ich einen dicken Riss in meinem Ego. Fair & square; Regeln sind Regeln, da gibt es nix. Jetzt steht es 1:1, Wim. Now it`s personal. You better bring your a-game next time cause i`m really fucking pissed.


Jetzt war Oren dran. In der 83kg Advanced-Division machte Oren einen maximal beschissenen ersten Kampf. Armin und ich sind ausgeflippt. In der Pause gab es dann erstmal eine Standpauke vom aller Gemeinsten. Unseren Psycho-Terror noch im Hinterkopf fegte Oren dann aber seine beiden nächsten Gegner von der Matte, zog ins Halbfinale ein und gewann auch diesen Kampf. Hammer. So geht das. Zwischenzeitlich sind noch Danny und Nenad zur Unterstützung nachgekommen. Mehr Backup ist immer besser.
Im Finale stand Oren wieder vor seinem ersten Gegner. Jetzt besser machen. So war es dann auch. Fast. Letztendlich musste sich Oren einem Triangle geschlagen geben und belegte einen verdienten 2. Platz. Super.


Schnell die Siegerehrung, Fotos, duschen und ab dafür ins gelobt gehasste McDonalds. Eine Odyssee für sich in Ede ein McDonalds zu finden.
Aber dafür arbeiten mal richtig hübsche Mädels hinter dem Tresen, nicht so ABM-Monster wie bei uns. Ich hatte mich für die kakao-braune Schwarze, die Blonde mit den traumhaften Lippen und die Braunhaarige mit den schönen Zähnen entschieden. Hollandse Mädsche, die englisch sprechen, lösen in mir immer so ein erregendes Kribbeln aus.
Und zur absoluten Krönung des Tages hat unser Student und Englisch-LK-Absolvent Oren mal so eben in seinem akzentfreien Englisch gefragt: “Chicken McNuggets, is there Soße bei?” Urgs.
Als nächstes auf dem Programm: ZONA No Gi in Amsterdam in zwei Wochen.
Hier gibt es die Ergebnisse.
Hier geht es zu den Videos.
Danke an Nenad und Danny fürs noch Nachkommen.
pelicanino
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