Auf nach Amsterdam zum zweiten ZONA No Gi Cup. Mit Martin im Schlepptau fuhren Armin, Chris, Kaan und Oren erwartungsvoll in das Land mit dem leckeren Käse, dem fettigen Backfisch und der Ohrenkrebs-hervorrufenden Sprache.
Erwartung = groß, Enttäuschung = größer!

Worst-Case-Scenario für Kaan.
Im ersten Kampf in der 73kg Advanced-Klasse ging es gegen Nicolas Renier von Peroba aus Paris. Überall wo der Junge hingeht, holt er Gold. Das sollte heute nicht anders sein.
Aber nichtsdestotrotz hat Kaan alles gegeben und versucht dagegenzuhalten. Gegen Gegner solcher Qualität ist es das Wichtigste nicht aufzugeben, nicht zu resignieren, und den Kampf nicht schon vor dem Handshake im Kopf zu verlieren. Nach 5 Minuten musste Kaan sich dann mit einem Darce geschlagen geben, hat aber Herz und Kampfeswille gezeigt. Respekt.
Deswegen verringert sich die Strafe für das Verlieren auf nur zwei Duzend Peitschenhiebe.

Auch für Oren ging es im ersten Kampf in der 79kg-Klasse gegen einen Jungen von Peroba, Matthieu Husson. Im Stand ging es lange hin und her, Matthieu versuchte aus dem Stehen in die Half-Guard zu kommen und sofort zu sweepen, was Oren immer erfolgreich abwehrte. Einen Takedown von Oren konnte der Franzose sprawlen und kam wenig später in seine Half-Guard und sweepte erfolgreich in die Top-Position. Danach sammelte Matthieu Punkte für die Positionen. Gegen einen technisch besseren und stärkeren Franzmann konnte Oren heute nur wenig ausrichten und musste schließlich aufgrund einer Body-Triangle tappen. Die Revanche kommt aber mit Sicherheit.

Chris startete wieder in der 85kg Advanced-Division und trat gegen einen exzentrischen Schweizer an.
Nach kurzem Anreißen holte Chris seinen Gegner mit einen mächtigen Takedown hart auf die Matte und landete in der Open Guard. Und ist dann beim Guard-Pass halb Gedanken verloren in die falsche Richtung und in die Triangle gerutscht. Verdammt. Auch noch so kleine Fehler werden hier gnadenlos bestraft.
Die angesprochenen Exzentrizität des Schweizers machte sich folgender Maßen bemerkbar: er trainiert mit seinen Trainingspartner ohne einen Trainer, Meister, Sifu oder ähnliches zu haben. Stattdessen besucht er Seminare und holt sich sein Know-How aus Büchern und Instructionals. Wahrscheinlich nicht weiter verwunderlich oder ungewöhnlich, jedoch graduiert er sich auch selber! Erst kürzlich hat er sich den faixa roxa verliehen, nach 5 Jahren faixa azul. Man mag darüber schmunzeln, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass er sich selbst mit weit aus mehr Ehrlichkeit graduiert als manch anderer von Großmeister Hans-guck-in-die-Luft.

Die Ergebnisse gibt es hier.
Fotos gibt es hier.
pelicanino
Noch keine Kommentare.
Die Angabe von Name und Email (wird nicht veröffentlicht) ist erforderlich!
Kommentare dürfen die fogenden XHTML Tags enthalten:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>